Projekt Team Austria: Ein Team - ein Weg - ein Ziel

Team Austria Team Austria Bildquelle: Team Austria

Kennen Sie Rollstuhlbasketball? Haben Sie schon einmal live ein Match zwischen den USA und Australien gesehen? Kanada gegen England? Nein? Wissen Sie, dass es in Österreich zahlreiche talentierte Rollstuhlbasketballer gibt? Auch nicht? Dann wissen Sie vielleicht auch gar nicht, dass Rollstuhlbasketball DIE spektakulärste und populärste Behindertenmannschaftssportart ist, die in zahlreichen Ländern nicht nur absolut professionell ausgeübt wird, sondern auch auf unglaubliches Publikumsinteresse und auf tolles Medienecho stößt. Rollstuhlbasketball ist DER Behinderten-massensport schlechthin.

Schätzen Sie einmal die Zuseheranzahl beim deutschen Bundesligaspiel am 22.11.2009 in der Rittalarena zwischen dem RSV Lahn Dill und dem RSC Zwickau... 3900? Richtig! An diesem Spiel wirkten neben einigen starken deutschen Spielern auch noch zwei US-Amerikaner, zwei Kanadier, drei Polen, ein Tscheche und ein Österreicher mit. Und auch wenn an diesem bemerkenswerten Spiel mit Nationalteammitglied Mehmet Hayirli ein Österreicher beteiligt war, so ist das Team Austria vom Weltklasse-Niveau dieser Begegnung noch ein Stück entfernt.

Betrachtet man die Spitzennationen im Rollstuhlbasketball, so haben alle eines gemeinsam: Entweder es existiert wie in Deutschland, Spanien, Italien oder der Türkei eine professionelle Ligenstruktur mit zahlreichen Mannschaften, die wie im professionellen Nichtbehindertensport regelmäßig und hart trainieren sowie über weitaus mehr finanzielle Mittel verfügen als es irgendein österreichischer Rollstuhlbasketballverein tut. Oder diese Nationen können auf einige Ausnahme-talente zurückgreifen, die im Inland eine intensive und hochklassige Grundausbildung erlebt haben und anschließend im Ausland in solch hochklassigen Ligen wie den eben erwähnten gereift sind, bevor sie von einem international erfahrenen Coaching Staff im Nationalteam wieder zu einem harmonischen Team geformt werden. Dass auch dieser zweite Weg wunderbar funktionieren kann, beweist der EM-Titel 2007, den sich das schwedische Team einheimste.

Der Aufbau einer so kompetitiven Liga wie der deutschen ist natürlich kein Unternehmen, das von einem auf den anderen Tag umgesetzt werden kann. In einem kleinen Staat wie Österreich, in dem Behindertensport einen im Europavergleich noch kleinen Stellenwert besitzt, ist das mittelfristig nicht vorstellbar. Aber auch andere kleine Staaten wie Holland oder Schweden, die nicht unbedingt über eine hochklassige Liga verfügen, lassen seit Jahren bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie im Jugendbereich mit tollen Spitzenplatzierungen aufhorchen. Warum sind diese Nationen so stark? Die Analyse fällt den Spielern des Team Austria nicht so schwer. Ihnen stellt sich die Frage, welche der erfolgbringenden Maßnahmen sich auch in Österreich umsetzen lassen.

Eine absolut professionell konzipierte Ausbildungslehrstätte, in der junge Leute parallel die schulische Grundausbildung sowie auch jene in ihrer Sportart erhalten – wie sie etwa im schwedischen Norrköping existiert – oder Lehrgänge, wie jene von Rollstuhlbasketballlegende Gertjan van der Linden in den Niederlanden sind in Österreich nicht rasch auf die Beine zu stellen. Aber Österreich verfügt sehr wohl über genügend talentierte und junge Spieler, die allesamt das Potential haben sich in hochklassigen Ligen zu etablieren oder dies bereits getan haben. Noch nie hat es so viele österreichische Nationalteamspieler gegeben, die in der deutschen Bundesliga oder in den USA ihre Sportart ausübten wie in der Saison 2011/2012.

Gerade diese Spieler werden bei ihren Vereinen professionell gecoacht und gefördert. Aber das gesamte Team Austria wünscht sich insbesondere eine deutliche Professionalisierung des Nationalteams. Dazu zählen konkret:

  • eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit David Gonzalez und die Etablierung eines oder zweier jährlicher Basketballcamps unter der Leitung international erfahrener Coaches, die bereits großes Interesse an dieser Aufgabe bekundet haben
  • mehr Trainingslehrgänge und Vorbereitungsturniere für das Nationalteam
  • die Beibehaltung und Intensivierung von Trainingscamps für den B-Kader, in dem Spieler mit guten sportlichen Perspektiven gezielt gefördert und schneller an den A-Kader herangeführt werden können
  • die Beibehaltung und ein eventueller Ausbau der Matches für den B-Kader, der momentan am tschechischen Cup teilnimmt
  • mehr Betreuer, die das Team im organisatorischen Bereich unterstützen
  • die Konzeptionierung von konkreten zukünftigen Ausbildungsprogrammen für jugendliche Rollstuhlbasketballer auch abseits des B-Kaders, angefangen von Try-Outs bis hin zu konzentrierten Ausbildungsstätten, in denen schulische und sportliche Ausbildung kombiniert erfolgen
  • mehr Disziplin und härteres Training von Seiten der Teamspieler selbst

Das österreichische Rollstuhlbasketballnationalteam sieht die Erfüllung dieser Punkte als Basis zur Verwirklichung des hier vorgestellten Projekts mit der Zielsetzung, dass sich Österreich in den nächsten Jahren dauerhaft und konstant in der Division A und somit in der europäischen Spitze etabliert.

Mittelfristig soll ein ausreichend professionelles Team Austria auf die Räder gestellt werden, das sich für eine Weltmeisterschaft oder Paralympische Spiele qualifizieren und dort die österreichischen Fahnen vertreten kann.

Die oben angeführten Punkte sind keine extrem kostenintensiven – sie sind mit Sicherheit sogar die kosteneffizientesten. Aber trotzdem ist für ihre Umsetzung Kapital und mediale Unterstützung nötig. Daher möchten wir, die Spieler der österreichischen Rollstuhlbasketballnationalmannschaft, uns mit dieser Info-Mappe an Sie wenden und Sie um Ihre Unterstützung bitten.

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