Flink Stones I und Sitting Bulls mit Siegen - Rebound Warriors gewinnen gegen Dolphins

Die Oberösterreicher setzen sich knapp gegen Wien durch Die Oberösterreicher setzen sich knapp gegen Wien durch Bildquelle: Astrid Berger

Es hat schon Tradition, den Auftakt der Rollstuhlbasketballmeisterschaft in Wien zu eröffnen. Am 14. Oktober trafen sich die einzelnen Bundesländer sowie unsere tschechischen Freunde aus Pardubice in der Basketballhalle Mollardgasse im 6. Wiener Gemeindebezirk. Der amtierende Meister und frischgebackener Cupsieger aus Niederösterreich konnte gleich im Eröffnungsspiel gegen die Hausherren aus Wien, seine Dominanz bestätigen. Auch die starken Flink Stones 1 aus der Steiermark konnten zwei souveräne Siege einfahren. Das ein oder andere Team nutzte die Sommerpause, um sich personell zu erweitern und zu verbessern, was wohl spannende Spiele in der Meisterschaft verspricht.

 

Sitting Bulls – Lofric Dolphins Wien 74:21 (36:8)
Im ersten Spiel der neuen Saison schickte Coach Zankl mit Pliska, Hayirli, Dogan, Demel und Toth, eine der vielen Aufstellungsmöglichkeiten aufs Parkett. Der amtierende Meister startete in der Defensive zwar bärenstark, in der Offensive war der Motor aber noch lange nicht warm. Nach einer etwas verhaltenen Anfangsphase mit vielen kleinen Fehlern im Angriffsspiel, fanden die Niederösterreicher ihren Rhythmus in der Offensive und dominierten das Spiel in allen Phasen.
Das spiegelte sich auch in den Viertelständen von 22:2 und 14:6 bis zur Halbzeitpause. Die Bullen rotierten viel, probierten verschiedene Formationen aus und ließen den Wienern keine Chance, ins Spiel zu kommen. Über ein 46:10 zum Ende des 3. Viertel, bis hin zum 74:21 Endstand, war der amtierende Meister sehr souverän und holte sich einen deutlichen Auftaktsieg.

Flink Stones 1 - WBS Pardubice CZE  87:42 (45:29)
Im zweiten Spiel der ersten Runde trafen die Flink Stones 1 auf unsere Nachbarn aus Tschechien.
Die Tschechen traten nur mit 6 Mann an, während die Steirer ihren vollen Kader ausschöpfen konnten. Zur rasanten Anfangsphase beider Teams konnte dieser Kräftevorteil für die Steirer aber noch nicht genutzt werden. Pardubice konnte mit einer soliden Verteidigung und ihrem schnellen Offensivspiel sogar einen kleinen Vorsprung erkämpfen. Die Steiermark hatte zu Beginn Schwierigkeiten, den sicheren Abschluss zu finden. Erst zur Schlussphase des ersten Viertels fanden die Steirer besser ins Spiel und konnten trotz hoher Foulquote einen knappen Vorsprung von 5 Punkten ins zweite Viertel mitnehmen. Die Stones fanden nun immer besser in ihr Spiel und steigerten sich im Abschluss erheblich. Auch in der Defensive wurde weitgehend auf unnötige Fouls verzichtet, was den Flink Stones ein Polster von 16 Punkten einbrachte. Zur Pause stand es 45 zu 29.
In der zweiten Hälfte hatte nun Pardubice mit Foulproblemen zu kämpfen, zumal die Steirer jetzt so richtig in der Meisterschaft angekommen sind. Gleich in den ersten 4 Minuten legten die Steirer einen 8 zu 0 Run hin. In dieser Phase zeigte sich auch die physische Überlegenheit der Stones gepaart mit variationsreichen Aufstellungen. Egal, mit welcher Formation die Steirer aufliefen, die Tschechen hatten nie eine Chance und konnten im dritten Viertel gerade mal 2 Punkte erzielen. Die Partie war wohl schon vor dem letzten Spielabschnitt entschieden Die Steirer blieben konzentriert und kontrollierten das Spielgeschehen weitgehend, während die Kräfte im tschechischen Team völlig erschöpft waren und auch vereinzelt einfache Layups nicht mehr den Weg in den Korb fanden.  Steiermark 1 holte seinen ersten Sieg in der neuen Saison und gewann verdient mit 87 zu 42.

Lofric Dolphins Wien - Rebound Warriors  65:70 (40:41)
Anhand der Ergebnisse vergangener Spieltage der letzten Saison versprach die Mannschaftspaarung für Spiel drei einiges an Spannung und könnte zu einem Klassiker werden. Und so war es auch. Beide Teams starteten hektisch ins erste Viertel. Die Hauptstädter konnten mit ihren sicheren Abschlüssen und guten Offensiv-Rebounds eher glänzen, als mit ihrer Verteidigung. Den Warriors gelang es immer wieder, den Weg unter den gegnerischen Korb zu finden und auch sichere Punkte zu verwerten. Das erste Viertel ging mit 24 zu 21 an die Wiener. Zu Beginn des zweiten Viertels wurde OÖ stärker und konnte mit schnellem Passspiel und von individuellen Fehlern der Dolphins profitieren. Die Wiener wurden in der Defense aber zunehmend beständiger und vermieden ein Absetzen der Oberösterreicher. Doch es blieb das Spiel der Offensive und es regnete auch im zweiten Viertel viele Körbe. Die Warriors schufen sich dank der ersten Minuten im zweiten Viertel einen 1 Punkte Vorsprung und gingen beim Spielstand von 40 zu 41 in die Pause.
In der zweiten Halbzeit reagierten beide Teams auf ihre schlechte Defensivleistungen, was sich deutlich am Scoreboard zeigte. Den Wienern gelang leider nur wenig in dieser Phase, sie griffen vermehrt auf Fouls zurück, auch Hektik und schlechtes Timing im Aufbauspiel machten sich bemerkbar. Das dritte Viertel ging mit 11 zu 14 an die Rebound Warriors.
Beim Stand von 51 zu 55 für OÖ wurde der letzte Spielabschnitt eröffnet. Die Warriors erzielten gleich in den ersten Minuten sichere Punkte, sie konnten ihre Führung auf 8 Zähler erhöhen. Die Wiener sahen sich vermehrt unter Druck und stellten prompt ihre Offensivtaktik um und agierten auch in der Verteidigung effizienter. Das Resultat daraus war ein 9 zu 0 Lauf, der den Wienern eine knappe Führung brachte. Die Warriors hielten nun dagegen und es musste sich jeder Punkt von beiden Teams hart erkämpft werden. Die letzte Minute wurde dann auch zur spielentscheidenden. Oberösterreich erhöhte vereinzelnd den Druck und zwang die Wiener zu zwei unnötigen Turnover, welche dann auch in entscheidende Punkte verwandelt wurden.
Wie zu Beginn prognostiziert endete die Partie nur knapp mit 5 Punkten zu Gunsten der Rebound Warriors bei einem Endstand von 65 zu 70.

WBS Pardubice – Sitting Bulls 20:102 (7:47)
Gegen den Finalgegner aus der vergangenen Saison erwarteten sich die Sitting Bulls ein härteres Spiel, obwohl die Tschechen mit nur sieben Mann angereist waren. Unabhängig vom Gegner gingen die Bullen hoch konzentriert und motiviert in das 2. Spiel des Tages. Von Beginn an setzte man den Gegner unter enormen Druck, konnte viele Fastbreaks fahren und so zu schnellen Punkten kommen. So stand es zum Ende des 1. Viertels 5:20, damit setzten die Niederösterreicher ein deutliches Ausrufezeichen in Richtung der Konkurrenten um den Titel. Man hatte das Spiel in jedem Moment unter Kontrolle, dazu kam auch ein sehr schwacher Tag der Leistungsträger des Gegners. Vor allem im 2. Viertel war der Bulls-Express am Dampfen und man überrollte die Tschechen regelrecht mit einem 2:27. Auch nach der Halbzeitpause änderte sich nichts am Ablauf der Partie, die Niederösterreicher machten dort weiter, wo sie aufgehört hatten und vergrößerten den Abstand immer mehr. Kurz vor Ende war es Dogan, der unter tosendem Jubel von der Bank den 100er reinmachte. Am Ende verzeichnete man einen sehr deutlichen 20:102 Sieg, bei dem gleich fünf Spieler zweistellig punkten konnten.

Flink Stones 1 - Rebound Warriors  103:53 (48:14)
Die Spieler des verstärkten Teams aus OÖ traf auf die erste Mannschaft und den Vizemeister der vergangenen Saison aus der Steiermark. Beide Teams hatten einen Sieg im Rücken gingen mit viel Selbstvertrauen in die letzte Partie der ersten Runde.
Zu favorisieren sind wohl die Steirer, obwohl dies in den ersten Spielminuten nicht zu erkennen war. Die flinken Steine brauchten wie gewohnt ein paar Minuten, um ihre Abstimmung in Angriff und Verteidigung zu finden. OÖ konnte gut mithalten, bis die Steirer ab Mitte des ersten Viertels effiziente Mittel fanden, die schnellen Warriors zu stoppen. Das erste Viertel konnten die Steirer mit einem Plus von 7 Punkten für sich verbuchen. Mit der richtigen Taktik und den ersten fünf Spielern der Stones wurde das zweite Viertel mit einem Korbfeuerwerk gestartet. Bereits in den ersten 3 Minuten erzielten die Steirer 12 Punkte bei sehr solider Verteidigung. Der Favorit zeigte sich in diesem zweiten Abschnitt deutlich, lediglich 5 Punkte ließen die Steirer zu und gingen bei einem Spielstand von 48 zu 14 in die Pause.
Die zweite Hälfte begann gleich mit einem Timeout für OÖ. Nach diesem kurzen Break konnten die Warriors leichte Schwächen der Steiermark nutzen und einfache Punkte erzielen. Doch die Flink Stones ließen sich nicht lange beirren, steigerten ihr Spielniveau zusehends und schenkten den OÖ nur wenig erfolgreiche Akzente. Die Schwäche der Warriors fand sich mehr in ihrer Defensive wieder, die nur wenig Chance gegen die körperlich überlegenen Stones hatte. Das dritte Viertel endete mit 71 zu 30. In den letzten 10 Minuten Rollstuhlbasketball an diesem Tag gab es keine großen Überraschungen mehr, die Spielweise beider Teams blieb unverändert. Die Steirer konnten das letzte Viertel nutzen, um neue Varianten in der Aufstellung zu gestalten. Diese Phase nutzten die Warriors für einen kurzen Punkte-Run, doch die Starting Five der Steirer unterband das letzte Aufbäumen von OÖ und konnte als Höhepunkt des letzten Viertels über 100 Punkte erzielen. Genauer Spielstand nach 40 Minuten 103 zu 53 für die Flink Stones 1.

Verfasst von Dominik Pavlovic
Von den Spielen der Sitting Bulls berichtete Mehmet Hayirli

Letzte Änderung am Montag, 23 Oktober 2017 00:16

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